YogAlign Teil 1: Atmen, kräftigen, nachhaltig aufrichten

➜ Dieses Video ist in ganzer Länge exklusiv bei YOGAMOUR plus 🔐 zu sehen!
Das hier ist nur eine Vorschau.

Der Atem ist der Kern, die Grundlage… meistens die Lösung für viele körperliche Probleme! Diese Idee, dieses Wissen unterscheidet Yoga von allen anderen Methoden/Wissenschaften/Philosophien.

Was heißt SIP-Atem?

In der YogAlign-Methode steht SIP für „Structurally Integrated Posture“. Diese Atemtechnik wurde von Michaelle Edwards entwickelt, wirkt therapeutisch und hat nichts mit Pranayama zu tun, d.h., man wird den SIP-Atem nicht in der alten Hatha Yoga Pradipika finden ;).

Wie funktioniert der SIP-Atem?

Beim SIP wird die Einatmung durch den leicht geöffneten Mund geführt und ermöglicht eine gezielte Aufrichtung und gleichzeitig gefühlte „Weitung“ des Oberkörpers/Brustkorbs. Die Ausatmung mit einem scharfen, gezischten „sss“ wirkt als Atembremse und ist im Normalfall länger als die Einatmung (das hängt aber auch von den einzelnen Atemtypen ab).

Was kann der SIP-Atem?

Mit dem SIP-Atem kann zunächst einmal wunderbar die Haupt-Atemmuskulatur wahr genommen werden. Außerdem kann sie gezielt gestärkt werden. In der physiotherapeutischen Atemtherapie heißt es, dass das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln (externe und interne Interkostalmuskeln) hauptverantwortlich für die Atmung sind, genau diese Muskeln werden bei der SIP-Atmung berücksichtigt (natürlich gibt es noch mindestens zwei Hände voll Atemhilfsmuskeln, die beim ein- und Ausatmen mithelfen).

Ganz nebenbei werden, bedingt durch die kraftvolle Ausatmung, Bauchmuskeln trainiert, das Ganze jedoch in einer aufrechten, natürlichen Haltung. D.h. den Bauchmuskeln wird signalisiert, dass sie kraftvoll arbeiten dürfen, ohne dass ein Grund besteht, sich nach vorne zu beugen. Das erfahrt ihr in sonst keinem einzigen Bauchmuskeltraining – jegliches Core-Training, sei es im Pilates oder im Fitnessstudio zielt letztendlich auf die Verkürzung der Oberkörpervorderseite ab. Nicht so beim SIP-Atem. Revolutionär, wie ich finde und derzeit mein einzigstes, bewusst geübtes „Core-Training“.

In einfachen Worten beschrieben wird der Körper groß mit der Einatmung und richtet sich auf. Er wird gefühlt noch größer mit der Ausatmung, obwohl sich die internen Zwischenrippenmuskeln UND die schrägen, internen Bauchmuskeln zusammen ziehen, die Aufrichtung bleibt, bei starkem Rumpf. Der Effekt ist, dass eine aufrechte Haltung immer selbstverständlicher wird, mühelos gelingt, ohne dass man sich dazu zwingen muss, weil die Muskeln es irgendwann nicht mehr anders können.

Cave: Das Einatmen darf ganz sanft sein, nicht zischend und zerrend. Die Schulen müssen nicht nach oben gezogen werden, Gesichts- und Halsmuskulatur brauchen nicht anspannen.

Wird der SIP-Atem wie der Ujjayi-Atem durchgehend geatmet?

Nein, das wäre zu anstrengend und der Mund würde austrocknen. Es ist im übrigen auch möglich den SIP-Atem durch den Ujjayi-Atem zu ersetzen, denn auch diese Atemtechnik wirkt bremsend und ist damit wie Gewichtheben für die Atemmuskulatur, also kräftigend.

Na, neugierig geworden? Einfach mal ausprobieren!

Viel Spaß beim Wachsen!

Eure Bärbel