Yoga an den besonderen Tagen oder wenn es einfach mal ganz sanft sein darf. Take care – enjoy!

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Einige von euch warten schon sehnsüchtig auf diese Yogafolge. Ich hab’s versprochen, hier ist sie!

Mein yogatherapeutischer Ansatz liebt die Vielfalt, da jede von euch unterschiedliche Menstruationssymptome hat. Bauchkrämpfe, Rückenweh, mentales Unglück… Daher bekommt ihr wie immer Inspiration für eine fürsorgliche Selbstmassage des Bauches. Zudem kann euch ein achtsames Dehnen der Bauchdecke helfen, eine beruhigende Atemtechnik, sanfte Rückenkräftigung und -dehnung, das bewusste Mobilisieren der Wirbelsäule und Hüftgelenke und angenehmes Entlasten des Beckenbodens. Als ganz besonders wertvolles Goodie gibt es eine verhältnismäßig lange Tiefenentspannung mit Körperwahrnehmung im Yoga Nidra-Stil.

Das Kernstück dieser Yogasession besteht aus zwei Elementen, die mir bei den meisten Perioden-Yogavideos fehlen: der Atem, unser wichtigstes Werkzeug überhaupt, und die achtsame Körperwahrnehmung. Unser Atem kann uns beruhigen, entspannen, bewegen und ablenken von dem, was im Moment nicht wichtig sein braucht. Bei einem bewussten Bodyscan ist auf psychischer und physischer Ebene spürbar, dass der Körper auch in Zeiten als Ganzes erfahrbar ist, in denen uns Schmerzen und Unwohlsein an unsere Grenze bringen.

Die Menstruation ist eine Zeit, in der wir Frauen uns Raum schenken dürfen. Wir dürfen ganz bewusst in Ruhe und mit uns sein, uns pflegen, entspannen, erden und müssen keine Kraftakte schaffen, sei es körperlich oder geistig. Unsere Körper leisten mit jeder Periode mehr als wir uns eingestehen möchten – und das bis zu 500 Mal in unserem Leben. Bei Naturvölkern scheint es ganz normal zu sein, dass Frauen sich zur Periodenzeit zurückziehen und für sich bzw. unter sich sind. Unser westlicher, emanzipierter Lifestyle lässt das nicht mehr ohne Hindernisse zu. Kompromiss: ein halbes bis Stündchen am Tag Rückzug, an drei bis sechs Tagen pro Zyklus… das darf einfach drin sein. Das darf auch an alle, mit denen wir leben, kommuniziert werden: „Ich habe MEINE besonderen Tage. Ich nehme mir jetzt gerne Zeit nur für MICH.“ Je selbstverständlicher das vermittelt wird, umso einfacher ist es zu verstehen – für Partner, Kinder, Freunde.

Und da komme ich zum nächsten Punkt: Wenn wir unseren Töchtern und Söhnen vorleben, dass Menstruation etwas Schlimmes, Schmutziges (weil blutig), Schmerzhaftes, Unnötiges, vielleicht sogar Verhasstes darstellt, werden sie mit genau diesem Bild, diesem Stigma groß. Dabei ist dieser Zyklus notwendig, damit unsere wundersamen Körper Leben zur Welt bringen können. Oder, wenn Schwangerschaften nicht möglich sind oder gar keine Kinder geplant sind, können wir so das Prinzip Weiblichkeit in dieser Welt repräsentieren und den Ausgleich zu einer ansonsten männlich dominierten Welt erschaffen. Dieses Wunderbare sollte eigentlich Monat für Monat gefeiert werden! Dazu eine persönliche Geschichte:

Ich bin gerade 48 geworden (Stand 2020). In den letzten zwei Jahren ist meine Menstruation schon ein paar Mal ausgeblieben. Wechsel, Veränderung ist am Start. (Die Frauen unter euch, die immer wieder bei mir üben und selbst in der Menopause sind, wissen, dass ich voller Neugierde und Offenheit bin, was die Wechseljahre angeht). Seit 30 Jahren leide ich unter chronischem Eisenmangel und so dachte ich, prima, das Problem Eisen dürfte sich mit dem Ausbleiben der Periode erledigen. Eigentlich habe ich mich auf den nächsten Lebensabschnitt ohne Menstruation gefreut. Eigentlich. Es fühlt sich in der Realität aber anders an ;): Jedes Mal, wenn meine Periode ausbleibt, vermisse ich mein kleines monatliches Bärbel-Ritual. Und jedes Mal, wenn meine Blutungen pünktlich beginnen, werden sie mittlerweile von mir willkommen geheißen. Als Teil von mir, als Teil meines weiblichen Lebens, das ich sehr mag. Trotzdem: Die Wechseljahre erwarte ich voller Neugier und werde auch sie herzlich in mein Leben einladen.

Bitte schreibt eure persönlichen Wohlfühl-Tipps und Erfahrungswerte in die Kommentare. Egal, ob ihr 25, 45 oder 65 Jahre alt seid (oder dazwischen 😉 ). So können wir alle voneinander lernen und neugierig bleiben!

Ich drück‘ euch, alles Liebe,

eure Bärbel

Persönliche Empfehlungen:

Ich bin großer Fan einer tollen Ratgeberin, Bloggerin und Rebellin in Sachen Body Positivity: Jenny Ospelt, im deutschsprachigen Raum seit vielen Jahren ziemlich bekannt mit ihrem Blog I Love Spa. Sie war wohl eine der ersten, die sich mit dem Thema Weiblichkeit und Körperlichkeit öffentlich auseinander gesetzt hat, ehrlich, direkt und vor allem: Informativ! Denn alles, worüber sie schreibt, wird auch von ihr persönlich ausprobiert und rezensiert. Du suchst zuverlässige Tipps/Infos/Recherche zu Themen wie CBD-Balsam gegen Menstruationsbeschwerden, V-Spas, Yoni Steaming, Pussy Yoga? Dann klick in Jennys Happy Yoni Kategorie. Da hat sich so einiges angesammelt. Es inspiriert und macht neugierig. Do it!

Du kämpfst mit Übelkeit, Schmerzen und starken Stimmungsschwankungen? Eine Bekannte kam nach dem Lesen des Buches Natürliches Progesteron. Ein bemerkenswertes Hormon  von John R. Lee ihrem (ihr selbst unbekannten) Progesteronmangel auf die Schliche und konnte nach 20 Jahren Qual dank ärztlich betreuter Substitution eine deutliche Linderung erfahren. Vielleicht lohnt es sich, dieses Buch zu lesen.

Dir machen Rückenschmerzen, Krämpfe, Entzündungen zu schaffen? Ich selbst habe gemerkt, dass es gut ist, auf die Ernährung zu gucken. Darauf hat mich die Lektüre des Buches Happy Food. Warum Mangold vor Depressionen schützt und Walnüsse schlau machen – Wie Sie Ihre Psyche durch Ernährung heilen können gebracht. (Das Buch hat mir mein Sohn 2018 zu Weihnachten geschenkt :).) Ich bekenne mich zur Schokoladensucht und tigere stets im PMS-Modus um die Schokoregale unseres gut sortierten Bioladens herum. Lasse ich die Schokolade und den anderen Süßkram stehen, geht es mir körperlich gut. Gebe ich meinem Hunger nach, bekomme ich das ausnahmslos zu spüren (Kopfschmerzen, Blähungen, Melancholie, schmerzhafte Zystenbildung in den Brüsten). Weil ich aber nicht, wie im Buch empfohlen, komplett auf Süßes verzichten kann, habe ich Ersatz gesucht und gefunden: Schokomousse aus Avocado oder Chia-Schokopudding, mit einem Mini-Esslöffel Ahornsirup oder mit Datteln oder Banane. Befriedigt. Fast immer 😉